Neulich bin ich irgendwie auf dem Blog der grünen Parteijugend (_jung_grün_stachelig) gelandet und durfte dabei diesen schönen Text lesen:
Möchte mal ein paar Zitate hier aufzählen, die mich Kopfzerbrechen bereiten. Thema ist Afghanistan.
Philip Mißfelder, Bundesvositzender der Jungen Union, in einem Interview der Frankfuter Rundschau:
Wächst gegenüber den Auslandseinsätzen der Bundeswehr auch in der Union die Kritik?
Wir unterstützen die Auslandseinsätze. Die außenpolitischen Interessen Deutschlands müssen sehr wohl mitunter durch den Einsatz von Soldaten flankiert werden.
(Quelle: FR-online: 1.7.)
-> Außenpolitische Interessen mit Soldaten begleiten? Ich finde diese Formulierung sehr gefährlich. Sie könnte für jegliche Interessen im Ausland herhalten. Das Wort “außenpolitische Interessen” finde ich in der Form nicht angebracht. Aus meiner Überzeugung heruas müsste es “friedenspolitische Interessen” heißen und das “sehr wohl” müsste “unter Umständen” heißen. Ich denke, dass es im Bundestag mal eine grundlegende Diskussion über die Friedenspolitik geben müsste.
Also wirklich, liebe grüne Jugend bzw. lieber Christoph M.,
anstatt Euch darüber zu freuen, dass ein Vertreter der zukünftigen politischen Führungsriege endlich mal Klartext redet, worum es bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr eigentlich geht, nämlich um außenpolitische Interessen, besteht ihr auf den bekannten Euphemismen mit denen eure Partei sich schon lange selbst bzw. ihre geneigte Anhängerschaft belügt. Aber ich habe dabei leider ganz vergessen, dass ihr ja selbst einmal Teil der politischen Eliten sein wollt und dabei natürlich auch immer euer friedensbewegtes Wahlvolk im Auge behalten müsst, oder glaubt ihr die Mär von den “friedenspolitischen Interessen” am Ende gar selbst? Aber nichts für ungut: Das schöne an der grünen Partei ist ja immer noch, dass man sich in jungen Jahren wie der größte Revoluzzer vorkommen kann und später immer noch Minister werden darf. Da bleibt doch lieber parteilos,
kuchenbruch.