Archive for the 'whatever' Category

rechter drecksack und linke sau

November 4, 2007

Christoph hat in seinem Blog A Goy’s World auf meinen Eintrag “hurra ich werd ein neocon” reagiert. Ich freue mich natürlich, dass mein Text gelesen wird und solch direkten Widerspruch hervorgerufen hat. Dafür, dass Christoph den Text scheinbar weitgehend auf sich bezieht, kann ich allerdings nichts, denn es ging mir ja mitnichten nur um Leute, “die nicht (mehr) links sind”, sondern eben auch um das Spektrum an Meinungen, das bei PI vertreten ist.

Ich gehöre, nach meinem Selbstverständnis, keinem linken Mainstream an. Der elende Zustand der sogenannten Linken in Deutschland hat bei mir jedoch noch nicht dazu geführt, die Verhältnisse vollständig zu affirmieren.

Eigentlich halte ich nichts davon einen satirischen Text zu erklären, aber ich sehe mich dennoch genötigt, einige Punkte klarzustellen und dem guten premium goy zu antworten.

Wenn wir das chinesische Modell eines staatlich geleiteten, also unfreien Kapitalismus’ mal beiseite lassen, können wir in der Tat feststellen, dass in den Regionen des Planeten, wo eine freie Marktwirtschaft eingerichtet wurde, Wohlstand und Freiheit der Menschen größer sind als z. B. in Nordkorea.

Ich lasse mich von Christoph nicht zu einem Fürsprecher für das Regime in Nordkorea machen, nur weil ich mir das Recht vorbehalte, die gesellschaftlichen Entwicklungen, auch in ökonomischer Hinsicht, kritisch zu betrachten.

Hier wird klar, dass Kuchenbruch in der Rolle der linken Sau natürlich allerorten Islamophobie zu entdecken glaubt: Nicht islamische Fundamentalisten sind das Problem, nein, ganz im Gegenteil, die überall um sich greifende Islamophobie ist die Gefahr!

Der Text beschäftigt sich mit den Neocons und nicht mit dem Islam. Ich kritisiere hier den meiner Meinung nach sehr undifferenzierten und vereinfachenden Blick auf den Islam von der Warte der neokonservativen Ideologie aus. Im übrigen behaupte ich ja auch nicht, dass der Islamismus keine Gefahr darstellt.

Dieser vierte Punkt ist ein bisserl wirr, leicht könnte Unklarheit darüber entstehen, ob ich nun ein Neocon, ein Ultraliberaler oder ein Antideutscher werden soll.

Es gibt ideologische Berührungspunkte zwischen sogenannten Neocons, Ultraliberalen und Antideutschen.

In vielen gutmeinenden Kreisen des linken Mainstream ist man überzeugt, man dürfe andere Kulturen aus der Position der eigenen Kultur heraus nicht bewerten. Dieser Kulturrelativismus wird laut Kuchenbruch also von Neocons abgelehnt. In diesem Punkt muss ich gar nicht erst Neocon werden, da ich Kulturrelativismus ebenfalls nicht so toll finde.

Prinzipiell ist es durchaus statthaft, einer anderen Gruppe etwas anzuraten. Die Genitalverstümmelung in Somalia, Sudan oder Mali ist eine kulturelle Tradition, zu deren Abschaffung ich aus europäischem Blickwinkel anraten würde, obwohl es ein “Übergriff” ist, der möglicherweise sogar als eurozentrisch oder als (post-)kolonialistisch gekennzeichnet werden könnte.

Mag sein, dass in “gutmeinenden Kreisen des linken Mainstream” tatsächlich ein Kulturrealtivismus verbreitet ist, der so weit geht, eine Kritik an Genitalverstümmelung für illegitim zu erklären. Nur ging es mir leider nicht darum einen wie auch immer gearteten Kulturrealtivismus zu verteidigen, sondern um etwas anders: Um die Fetischisierung der Aufklärung und dem daraus resultierenden Paternalismus. Mich ärgert, dass die Aufklärung als Beleg für die eigene Überlegenheit herangezogen wird. Dabei wird es scheinbar nicht als nötig erachtet, sowohl die Epoche der Aufklärung selbst wie auch deren Funktion innerhalb des eigenen Ideologiegebäudes kritisch zu betrachten. Ausgestattet mit der Gewissheit der Überlegenheit wissen die Neocons dann nicht nur, was genau die Menschen in den “unterbelichteten Regionen” brauchen, sondern eben auch wie die angestrebten Veränderungen herbeizuführen sind. Und das ist schlichtweg paternalistisch.

Um bei der von Christoph angeführten Genitalverstümmelung zu bleiben: Ich halte es für wesentlich sinnvoller beispielsweise Frauenorganisationen in den genannten Ländern bei ihrer Arbeit zu unterstützen und genau zu zuhören, welche Hilfe sie bei ihrem Kampf benötigen, als mit der Gewissheit der eigenen kulturellen Überlegenheit an diese Menschen heranzutreten.

Meine Kritik zielte in erster Linie auf die Schematisierung und Blockbildung im Denken einiger Zeitgenossen ab. Vorallem vermisse ich bei den neokonservativen Ideologen schlichtweg die Fähigkeit oder den Unwillen zur Selbstkritik. Die Art wie Christoph auf meinen Text reagiert zeigt aber, dass er leider etwas reflexhaft antwortet: Ich wage es die Entwicklung der ökonomischen Verhältnisse sowie die Verherrlichung des Kapitalismus etwas zu kritisieren, er kontert mit dem Verweis auf das Regime in Nordkorea. Ich kritisiere den generalisierenden Blick auf Moslems, gleich wird behauptet, ich würde die Gefahr des islamistischen Fundamentalismus ignorieren. Ich lasse durchblicken, dass mich das elitäre Gehabe der neokonservativen Adepten nervt, er behauptet, dass ich Kulturrelativismus und damit indirekt Genitalverstümmelung gutheißen würde. Ich meine, will der mich mit seinen Erwiderungen “totschlagen”? Ich hoffe doch nicht.

hurra ich werd ein neocon

November 3, 2007

Ich bemühe mich seit einiger Zeit redlich die neokonservative, wahlweise ultraliberale Ideologie zu verinnerlichen, weil nur diese mir ein probates Mittel zu sein scheint, um mich in unserer unübersichtlichen Welt noch zurechtzufinden. Denn das beste und hervorstechendste Merkmal dieser Weltanschauung ist ihre wunderbare Einfachheit und nicht zu übertreffende Eleganz. Und ist nicht die Wahrheit immer einfach bzw. das Einfache nicht immer das Wahre? Wohl schon! Aus diesem Grund möchte ich die einfachen Regeln, die mir dabei geholfen haben ein wahrer neokonservativer Ideologe zu werden, dem geneigten Leser nicht länger vorenthalten. Befolgen Sie diese Hinweise, so steht auch Ihrer Karriere im neokonservativen Lager nichts mehr im Wege. Eins vorweg: Das beste daran ist, dass Sie sich sowohl als Teil eines liberalen Undergrounds begreifen als auch mit einem nicht unbeträchtlichen Teil der Eliten dieser Gesellschaft einig wissen können.

1. Vergessen Sie den ganzen Sozialkram. Jeder ist schließlich selber für sich verantwortlich und der Kapitalismus ist in jeder Hinsicht einfach nur super! Denn Freiheit heißt schließlich vor allem Freiheit des Kapitals und für alle Gestrandeten gibt es ja beheizte Bankterminal-Räume. Das nenne ich Kapitalismus mit menschlichem Antlitz.

2. Vergessen Sie Poltical Correctness. Das ist etwas für die Doofen und Schwachen. Beleidigen Sie Angehörige so genannter Randgruppen richtig deftig und schrecken Sie auch nicht vor der Benutzung angeblich diskriminierender Bezeichnungen zurück. Es wird Zeit sich gegen das Sprachdiktat der Gutmenschen aufzulehnen.

3. Seien Sie sich im klaren darüber, dass die Gesamtheit der Moslems einen monolithischen Block darstellen und prinzipiell irgendwie üble Burschen sind. Wie auch schon bei Punkt 2. ausgeführt sollten Sie nicht vor Beleidigungen zurückschrecken. Belasten Sie sich auch so wenig wie möglich mit irgendwelchem Detailwissen, das schadet nur dem klaren Blick auf die Verhältnisse.

4. Waren Sie einmal ein Antiimp? Dann haben Sie es besonders einfach. Drehen Sie die Feindbilder in Ihrem Hirn einfach um. Es ist im Prinzip genauso simpel wie vorher: Hier die Guten, da die Bösen. Ignorieren Sie so gut wie möglich die Außenrealität. Falls sich eine Ihrer “Vorhersagen” als falsch herausgestellt haben sollte, ändern Sie nichts an Ihrer Meinung. Schuld sind in diesen Fall sowieso nur die anderen, die Ihren Anweisung nicht ausreichend Folge geleistet haben. Und schließlich geht’s ja auch immer ums Prinzip, egal wie viele Leute dabei draufgehen. Wenn Sie Ihre linke Attitüde nicht gänzlich aufgeben wollen, probieren Sie es einmal mit den Antideutschen: Es gibt da auch richtig harte Varianten, bei denen kein Augen trocken bleibt.

5. In Sachen Klimaschutz haben Sie’s jetzt wirklich gut. Alles nur mediengemachte Panik, kein Grund sich zu beunruhigen. Die Lüge vom anthropogenen Klimawandel haben sich ein paar durchgedrehte, nicht ernst zu nehmende Wissenschaftler ausgedacht. Wir wissen zwar, dass die Erdtemperatur sich erhöht, aber mit unserem Verhalten hat das natürlich rein gar nichts zu tun. Im übrigen wäre es auch antiamerikanisch etwas anderes zu behaupten.

6. Sie gehören zwar zum liberalen Untergrund, aber mit ein bisschen Glück können Sie in führenden Zeitungen der BRD publizieren. Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen, dass Sie eigentlich verfolgt werden. Sie sollten bei passender Gelegenheit darauf hinweisen, dass auch Sie sich in einem heiligen Krieg befinden.
Noch ein Rat für ihre publizistische Arbeit: Um ihre Behauptungen plastisch zu unterstreichen, können Sie auch ruhig mal etwas erfinden oder übertreiben, schließlich wissen Sie ja was wahr und was falsch ist.

7. Vergessen Sie Ihren Schuldkomplex. Es gibt keinen Grund sich mit der Geschichte des Kolonialismus und seiner Nachwirkungen zu beschäftigen. Das wurde nur erfunden, um Ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen. Lieber sollten die Afrikaner wie wir Europäer oder US-Amerikaner mal selber was auf die Beine stellen und nicht nur den ganzen Tag an Frauen denken, unter Palmen dösen und nur unsere schöne Entwicklungshilfe verfrühstücken.

8. In diesem Zusammenhang ist schließlich noch auf die absolute Überlegenheit der westlichen Welt hinzuweisen, die ihre Ursprünge in der Zeit der Aufklärung hat. Seien Sie sich dieser besonderen Verantwortung gerade auch gegenüber den Menschen vom dunklen Kontinent oder anderer unterbelichteter Regionen bewusst. Sie selbst gehören darüber hinaus einer besonderen Elite an: der neokonservativen Avantgarde! Sie sind ein Kämpfer des Lichtes in einer Welt voller Dunkelheit!

Wenn Sie diese einfachen Regeln beherzigen, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen und schon bald werden Sie diese wunderbare Klarheit und Leichtigkeit, die Ihnen Ihr neues Weltbild beschert, nicht mehr missen wollen.

the economist

October 27, 2007

Vor zwei Woche habe ich mir das erstemal “The Economist” gekauft. Die Artikel kommen sehr schnell auf den Punkt und decken eine Fülle von Themen ab. Auch ist das ganze nicht in diesem ekelhaften Reportage-Stil à la Spiegel geschrieben. Besonders gut hat mir ein Artikel über den Erfolg der Linkspartei gefallen. Statt wie in nur all zu oft in den deutschen Medien üblich diesen auf die “mangelhafte Kommunikation” diverser Reformen zurückzuführen, hat “The Economist” eine sehr viel naheliegendere Erklärung zu bieten:

Why is a small party founded by east German former communists causing national ructions? One reason is that the economic upswing has left so many Germans behind. Unemployment is at ist lowest level since the early 1990s, thanks partly to the reforms that Mr. Beck now wants to roll back. But many of the new jobs offer lower pay and less security than those lost during the downturn, notes Markus Grabka of DIW, a research institute in Berlin. Relative poverty has jumped, wit 17% of Germans earning less than 60% of the median in 2005, up from 12% in 1999. Income-tax cuts have helped the rich; the middle class has shrunk.

Die britischen Freunde des Kapitals haben es also scheinbar im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen nicht nötig um den heißen Brei herumzureden. Sehr erfrischend!

November 12, 2006

Peter Roman Scholl-Latour, nicht wahr, nervt extrem, nicht wahr.

rhetorische frage

October 8, 2006

Warum nur sieht man in den Dokumentarfilmen über das 3.Reich eigentlich so gut wie nie Szenen in denen die Nationalhymne gespielt wird?

Mir ist das erst ein einziges mal untergekommen. Ich beziehe mich dabei auf die deutschen Produktionen, die ich gesehen habe — da kommen schon einige Filme zusammen, aber natürlich gibt es noch etliche mehr.

Induzierte Depression

September 17, 2006

Die Beschäftigung mit Thermodynamik macht mich immer ein bisschen depressiv.

Wasser I

September 14, 2006

Interessanterweise sinkt die Absorption elekromagnetischer Strahlung in Wasser genau im “sichtbaren” Teil des Spektrums um mehrere Größenordnungen ab. Das ist dann wohl auch der Grund warum dieser Teil gerade sichtbar ist. Im Bereich der Mikrowellenstrahlung hingegen absorbiert Wasser kräftig, was spätestens seit 1947 technisch ausgenützt wird.

F wie …

September 14, 2006

Im schönen Österreich sind am 1. Oktober die Nationalratswahlen, d.h. die Wahl des Bundesparlaments. Ich habe die Vorgänge in Österreich seit meinem Wegzug von der österreichisch-bayerischen Grenze etwas aus den Augen verloren, aber die anstehenden Wahlen haben mich auf das “Land der Berge” wieder aufmerksam gemacht.

Groß war ja die Aufregung als die FPÖ Regierungsmacht übernahm. Diese Aufregung hat sich bekanntlich mehr als gelegt und die FPÖ in der Regierung heißt heute Bündniss Zukunft Österreich — eine neue orange-farbige Partei, der auch der Haider Jörg angehört. Den rechten Rand teilen sich seitdem die BZÖ und die Partei mit dem F im Namen. Diese wird von einem Herrn Strache, vom Aussehen schleimiger Vertreter-Typ und dem Haider nicht unähnlich, angeführt. Er verbreitet seine fremdenfeindlich-populistischen Statements in einem lächerlichen Rap (via torsun, dort gibt es auch einen Link auf den Wahl-Song; vor dem Anhören sei allerdings der gewarnt, der nicht eine gewisse Ekel-Resistenz besitzt) und macht wohl auch sonst eine gute Figur.

Ein Blick auf die FPÖ-Seite (www.fpoe.at) zeigt dann das ganze Ausmaß: Natürlich fordert die FPÖ einen sofortigen Zuwanderungsstopp und beklagt die angebliche Diskriminierung der (Ur-)Österreicher wie es sich für eine rechtsradikale Partei gehört. Nicht einer gewissen Komik entbehrt dabei die Umdeutung des Kürzels BZÖ in “Bevorzugung für Zuwanderer in Österreich”. Den Vogel haut aber ein Bild raus, das mit “Lebenslang für Kindesmissbrauch” unterschrieben ist: Es zeigt zwei schwarze Hände die Gitterstangen (einer gedachten Gefängniszelle) umklammern. Ein Kommentar erübrigt sich.

Aber auch die Kollegen vom BZÖ sind nicht übel. So will der BZÖ Vorsitzende Westenthaler bisher wohl nicht einsehen, dass er einem “Schmäh” aufgesesen ist: Der Behauptung nämlich, dass der österreichische Alpenverein und der Wiener SPÖ-Gemeinderatsabgeordneten Omar Al-Rawi planten, das Gipfelkreuz durch den islamischen Halbmond zu ersetzen (kurier.at).

Update:

Ich habe den Link zur FPÖ rausgenommen, da wir eigentlich nicht zu solchen Seiten verlinken wollen. Laut Wikipedia wurde der unsägliche Wahlsong im Pop-Sender des ORF, dem ö3, schon mehrmals gespielt. Man muss sich diesen Schrott natürlich auch nicht anhören. Gerade weil die FPÖ Werbung mit der Anzahl der Downloads macht ist das eigentlich nicht zu empfehlen.

alternativen zu google?

August 17, 2006

Nachdem ich heute morgen via riesenmaschine auf diese Zukunfstprognose

“In a few years you’ll be driving your google to the google to buy some google for your google.”

gestossen bin, habe ich mir gedacht, es wird Zeit eine neue Suchmaschine zu finden. Außerdem will ich endlich damit aufhören das Wort googlen oder googeln synonym für “im internet nach irgendwelchem kram suchen” zu benutzen.

Ich bin jetzt nach kurzer Suche, nachdem ich also nochmals google benutzt habe, auf ask.com gestoßen. Eine Suchmaschine, die von der Aufmachung google irgendwie verdammt ähnelt, aber ansonsten einen ganz guten Eindruck macht. Vielleicht steckt google ja auch dahinter? Wie auch immer, wenn irgendjemand eine gute Suchmaschine kennt, am besten auch eine Alternative zu scholar.google, bitte mitteilen!

Richtige, also ganz echte Gedanken…

July 17, 2006

Guten Tag. Ich heiße Eudora Kuchenbruch und bin fernsehsüchtig. Das kann ich echt ganz offen sagen. Jetzt. Nach so vielen Jahren.

Heute wollte ich mir mal einen fernsehfreien Frühabend verschaffen und kam da auf eine List:

In unserer Wohnung gibt es eine völlig zugemüllte Kammer, in der seit Wochen kein Durchkommen mehr ist. Damit ich mich nach der Arbeit nicht sofort vor die Glotze haue und alle nur erdenklichen gehirnerweichenden amerikanischen Serien und, in den Werbepausen, blödsinnigen Reality-Renovier-Shows antue, solange, bis um viertel nach acht das Abendprogramm anfängt, habe ich den Antennenstecker in dieses Chaos reingeworfen, bevor ich morgens das Haus verließ. Nach dem Abendessen, so habe ich mir ausgemalt, räume ich dahinten auf, finde den Stecker und kann dann den arte-Abendfilm mit einem guten Glas Wein und einen Stück lang gelagertem Käse so richtig zelebrieren. So ganz stilvoll eben.

Gedacht. Getan.

Ich habe aufgeräumt, habe eine noch volle Packung Lavazza-Kaffee gefunden (welche FREUDE!) und kam endlich dazu, meine Fahrradbeleuchtung aus der Werkzeugkiste (in der sich eigentlich nur Schrauben, Schuhputzzeug, eine Zange zum Anbringen von Druckknöpfen und eine Malerrolle befinden – den Hammer bewahre ich grundsätzlich irgendwo auf, wo man auch an ihn ran kommt – der Name „Werkzeugkiste“ also eher übertrieben anmutet) raus zu holen und damit, also mit der mobilen Fahrradlampe, alle Ecken und jeden erdenklichen Winkel der Kammer zu durchleuchten, um den vermaledeiten Stecker zu finden. Tja, also, der blieb verschwunden. Untergegangen im Nichts der zusammengeknüllten Jutetaschen. Oder vielleicht doch in einer der vielen Tüten mit dem Leergut des letzten Jahres. Oder im Gehäuse des alten Computers, der jetzt dahinten neben dem anderen alten Computer steht, versunken im gemeinsamen Traum von einem neuen Netzteil, um vielleicht als „Testrechner“ des Herrn Kuchenbruchs wieder aufzuerstehen. Welch berührende Eintracht!

Oliven habe ich auch noch gefunden. Ein ganzes und zum Glück noch unangebrochenes Glas (anders wäre es ja auch wirklich ekelig!). Das Abendessen für morgen ist gesichert. Wieder mit derselben uralten DVD, die ich auswendig kenne und die mir nicht jenen stumpfsinnigen Genuss bereitet, wie das Vorabendprogramm auf RTL und Vox. Wie soll ich das nur aushalten. Jetzt werde ich womöglich anfangen richtig zu denken, also so richtig mir Gedanken zu machen, richtig echte Gedanken so im Kopf, so über richtige Dinge. Wo das nur wieder hinführt.